Ber­lin, 18. Janu­ar 2008 – Der Deut­sche Bun­des­tag hat ges­tern Abend mit den Stim­men von CDU/CSU, SPD und FDP bei Ent­hal­tung von Bünd­nis 90/ Die Grü­nen und gegen die Stim­men der Lin­ken dem Antrag „Wei­ter­ent­wick­lung des Adress­raums im Inter­net“ (Druck­sa­chen­num­mer 16/4564) zuge­stimmt. In dem von den Koali­ti­ons­frak­tio­nen von CDU/CSU und SPD ein­ge­brach­ten Antrag wird die Bun­des­re­gie­rung dazu auf­ge­for­dert, sich für die Wei­ter­ent­wick­lung des Adress­raums im Inter­net ein­zu­set­zen. dot­Ber­lin begrüßt die Bun­des­tags­ent­schei­dung. Denn es geht ins­be­son­de­re um die Ein­füh­rung neu­er Top-Level-Domains – vor allem für urba­ne und regio­na­le Gemein­schaf­ten wie bei­spiels­wei­se „.bay­ern“, „.nrw“ oder „.ber­lin“, wie der medi­en­po­li­ti­sche Spre­cher der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on, Jörg Tauss, der bei die­sem Antrag feder­füh­rend ist, anläss­lich der Vor­stel­lung des Antra­ges im März 2007 mit­ge­teilt hatte.

„Wir begrü­ßen die­ses Abstim­mungs­er­geb­nis, das zeigt, dass der Deut­sche Bun­des­tag die Poten­tia­le von geo­gra­fi­schen Top-Level-Domains für Deutsch­land erkannt hat. Wir gehen davon aus, dass dies auch auf der Ber­li­ner Lan­des­ebe­ne wahr­ge­nom­men wird, denn Ber­lin steht im glo­ba­len Wett­be­werb mit ande­ren gro­ßen Städ­ten wie etwa Paris und New York, die eben­falls eige­ne Top-Level-Domains anstre­ben“, kom­men­tiert Dirk Kri­schenow­ski, Geschäfts­füh­rer von dot­BER­LIN. „Ber­lin hat die Chan­ce, die ers­te Metro­po­le welt­weit zu sein, die über einen eige­nen Namens­raum im Inter­net ver­fügt, und wir sind davon über­zeugt, dass davon nach­hal­tig posi­ti­ve Wir­kun­gen für das Stadt­mar­ke­ting, die Wirt­schaft, die Ver­wal­tung und die Bür­ger Ber­lins aus­ge­hen werden.“

dot­BER­LIN arbei­tet seit 2005 an der Ein­füh­rung einer Top-Level-Domain „.ber­lin“; der kon­kre­te Zeit­punkt für die Ein­rich­tung die­ses neu­en Namens­rau­mes ist von den Zeit­plä­nen der zustän­di­gen Orga­ni­sa­ti­on ICANN (Inter­net Cor­po­ra­ti­on for Assi­gned Names and Num­bers) abhän­gig. Das Unter­neh­men hat der­zeit gut 70 Gesell­schaf­ter und Spon­so­ren und steht für wei­te­re Gesell­schaf­ter und Part­ner offen.

Laut Antrag ist die Wei­ter­ent­wick­lung des Adress­raums im Inter­net mit­tel- und lang­fris­tig von rich­tung­wei­sen­der Bedeu­tung und kann für Deutsch­land sowie für die Bun­des­län­der, Städ­te, Gemein­den und Regio­nen durch ihre bes­se­re Sicht­bar­keit und Erkenn­bar­keit im Inter­net gro­ße Chan­cen mit sich brin­gen. Auch für die Nut­ze­rin­nen und Nut­zer des Inter­net ist wich­tig, dass Inhal­te welt­weit leicht und nach­voll­zieh­bar zu fin­den sind.

Die Bun­des­re­gie­rung soll auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne zudem dar­auf hin­wir­ken, dass die Ver­wal­tung der Domains und Top-Level-Domains wei­ter im Rah­men einer Selbst­ver­wal­tung der Inter­net­ge­mein­schaft unter Auf­sicht einer inter­na­tio­na­len Koope­ra­ti­on durch­ge­führt wird. Außer­dem soll sich die Bun­des­re­gie­rung dafür stark machen, dass der Zei­chen­satz im Domain-Namen­sys­tem fle­xi­bi­li­siert wird, damit etwa auch Schrift­zei­chen ande­rer Spra­chen, Umlau­te und Son­der­zei­chen auf­ge­nom­men wer­den kön­nen. Per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten, die im Zusam­men­hang mit der Regis­trie­rung einer Domain erfasst wer­den, sol­len bes­ser gegen Iden­ti­täts­dieb­stahl und ande­ren Miss­brauch geschützt werden.